Elektro-Haflinger.ch

ein Projekt der DigiDoc GmbH

Idee:
Umbau eines Haflinger-Puch Jahrgang 1962 auf Elektroantrieb.

Ziel:
Beibehaltung der Geländetauglichkeit, der 4 Sitzplätze und der
Anhängelast von 600 kg, mindestens 100 km Reichweite.
Wichtig beim Umbau war ausserdem die Möglichkeit, den Originalzustand jederzeit wieder herstellen zu können.

Umsetzung:
Erstmal alles raus was nicht mehr wirklich gebraucht wird.

Motor samt Schwungscheibe und Auspuffanlage, komplett mit Vergaser und Luftfilter, befestigt an lediglich 4 Schrauben:

Aber auch der Benzintank, der Reservekanisterhalter, die Autobatterie samt Box sowie die seitlichen Staukästen mussten weichen.
Und ein Reserverad wird ohnehin überbewertet…
(ich hoffe, dass ich das nie bereuen werde!)

Auf den Zehntel genaues Ausmessen der Übergangsteile, damit das Original erhalten werden kann:

Elektro-Motor mit bereits montierter neuer Schwungscheibe samt Kupplung und Adapterflanschen:

Montiert wird der kompakte Elektromotor des Renault Twizzy mit 12 kW Leistung und einem Drehmoment von 57 Nm. Der originale 2-Zylinder Boxermotor hat mit 18 kW zwar mehr Leistung, aber mit 41 Nm ein deutlich niedrigeres Drehmoment.
Wichtig für die spätere Fahrzeugabnahme ist das Typenschild:

Diverse Kleinteile wie DC-DC Wandler für die 12 Volt Bordelektrik, den Fahrregler, das entsprechende Schaltrelais und eine Hand voll weiterer Kleinteile müssen irgendwo spritzwassergeschützt untergebracht werden, zumal es bei einem Haflinger kein „im Auto“ gibt. Es ist immer alles draussen, egal wo man es platziert!

In der Kontrollerbox sind diese Teile sowie der Kontroller selber und auch ein Stromzähler aus dem Jahre 1951 gut geschützt über dem Motor angeordnet:

2 x 13 in Serie angeordnete 200 Ah Litium Ionen Zellen zu 3.65 Volt ergeben 5’200 Ah oder 19 kWh Leistung.
Und das bei einem Gewicht von 143 kg:

Das Ladegerät in einem der 4 neuen Staukästen kann nur gestartet werden, wenn die hintere Lüftungsklappe über den Choke-Kabelzug geöffnet wird und damit den Schutzschalter freigibt:

Die Verkabelung und auch das Gestänge zur hinteren Differenzialsperre muss einerseits gut geschützt verlegt werden und andererseits den beiden Batteriepacks entsprechend Platz gewährleisten:

Montage der seitlichen Staukästen zusammen mit den Batteriepacks. Der Ladevorgang kann sinnigerweise über die frühere Tankklappe auf der Ladebrücke beobachtet werden:

Je Fahrzeugseite unten angehängt montiert in extra dafür angefertigten Batterieboxen. Gut zu erkennen auch die neu gefertigten, abschliessbaren Staukästen. Die original-Staukästen sind leider zu hoch:

Das neu gestaltete eloxierte Armaturenblech mit gelaserter Beschriftung schützt seitlich besser vor Spritzwasser und nimmt die neuen Anzeigegeräte für Batterie- und Motorenkontrolle optimal auf:

Die LED Beleuchtung am Heck sowie die LED Rückfahrleuchten unterstreichen die Besonderheit des Fahrzeuges. Der revidierte hintere Unterbodenschutz findet nun Halt an der Anhängerkupplung:

Diverse meist legale Testfahrten bestätigen das Erhoffte: Geländegängigkeit, Gesamtgewicht und selbst die Anhängelast übertreffen gar die Erwartungen, die Reichweite liegt bei gut 80 km:

Der Verbrauch liegt zwischen 20 und 30 kWh auf 100 km, wobei schnell fahren deutlich mehr kostet als Geländefahrten.
Hauptvorteil im Gelände: Es muss zum Anhalten und für Richtungswechsel selbst unter Last nicht mehr gekuppelt werden, egal welcher Gang eingelegt ist. Tieferer Schwerpunkt dank optimaler Batterieposition, Millimeter genau nur mit dem Gaspedal gesteuert, wie auch diese Testfahrt eindrücklich unter Beweis stellt.

Leistungsdaten Vergleich